Saison 2014

Motorrad Lippmann Inside


Unser ausführlicher Jahresrückblick:


Heute schlägt es den dritten November 2014, die Temperaturen sind jetzt nachts schon bei 7°C. Viele von Euch haben sich dieses Jahr bei Neu- und Gebrauchtmotorrädern für ein Saisonkennzeichen entschieden – demnach bedeutet dies ein Fahrstopp bis März oder April im häufigsten Fall. Dies kann bei Euch und uns häufig mit Pflege oder Umbauten enden oder auch mit der Tatsache das Motorrad erstmal in die Garage zu stellen und den Winter an sich zu genießen. Wir hoffen, dass wir dieses Jahr mal wieder einen Bilderbuch Winter bekommen, der sich nicht zu lange ins Frühjahr zieht.

Als Familie haben wir uns in den letzten Wochen mit der Auswertung der Saison unterhalten und finden Euch Spitze! Bei 4 von 5 Kernmarken in unserem Haus konnten wir die Erwartungen sowohl im Maschinenverkauf als auch im Zubehör zum Vorjahr steigern. Alleiniger Ausreiser im negativen war Beta Motors, da wir schlichtweg zu wenig geplant hatten und dann als wir dies merkten, nichts mehr rechtzeitig bekommen konnten. Somit hat der Nachkauf ausgesetzt - so kann es laufen!

Wir fanden es phänomenal wie hoch frequentiert unsere Abteilungen in der Saison waren, teilweise war es sogar zu hoch, so dass wir Euch phasenweise gar nicht mit 100%igem Einsatz beraten konnten.

Wir haben für Euch dieses Jahr in Etappen aus unserer Sicht zusammengefasst − Viel Spaß beim Lesen!

Januar 2014 − Jahresstart mit einem Schreck

Ausfall und Umstrukturierung

Ein Schock zum Jahresauftakt − Unser Chef, Joachim Lippmann, erlitt am 06.01. eine kleine Gehirnblutung und es war klar, so dass intern nahezu alle Bereiche und tägliche Arbeiten komplett umstrukturiert werden mussten. Der Zustand im Januar war richtig schlimm – Sprachverlust mit halbseitiger Lähmung auf der rechten Seite, allerdings wurde es immer besser.

Die Planung des Umbaus

Allerdings sind wir natürlich als Winter-Team in kleinerer Besetzung zusammen sofort zur Tagesordnung übergegangen. Es begann mit der übernahme der Planungsdaten der Restauration unseres 1978 erbautem Yamaha / Suzuki Haupthauses aus 2013. Die Fließen waren schon lange bestellt – Ende Januar sollte die Tonne Motorradgranit für den neuen Fußboden eintreffen. Bzgl. der Anlieferung gab es ein Problem – Denkpause: Die liefern uns im Hof an!?! - Die Tonne Fließen muss allerdings in den ersten Stock! Jeglicher Einsatz von Lastmaschinerie war nicht möglich ohne gravierende Kosten oder Risiken einzugehen, bedingt durch die zu starke Steigung unserer hinteren Auffahrt. Resultat: Mit vielen externen bezahlten und unbezahlten Helfern - darunter auch mit der Mithilfe mancher treuer Kunden – die entsprechenden Personen, ich nenne keine Namen wissen schon: Vielen lieben Dank – ohne Euch wäre dies alles nicht möglich gewesen. Die schwere Ladung wurde über den hinteren zum damaligen Zeitpunkt verschneiten Aufgang von Gebrauchthalle zum Ersatzteillager Stück für Stück nach oben gebracht. Fitness Studio konnten sich viele uns sparen!

Was war los?

Der Januar war wie immer sehr ruhig. Allerdings gab es eine Ausnahme – der Fahrzeugverkauf. Die Highlights der Neumodelle 2014: die Yamaha MT-09 ABS, XT1200ZE, die Honda NC750S/X, die CTX700N und die neue Suzuki V-Strom 1000 - nebst anderen schon gelieferten neuen Modellen sahen an trockenen Tagen schon Ihre ersten Testeinsätze. Auch während des kurzen Schneefalls wurden die Maschinen stark besichtigt, probegesessen, angelassen und sogar vorbestellt. Vielen Dank für alle früh Entschlossenen und vielen Dank für Euer Vertrauen. Im Vergleich zu Vorjahren war es sehr mild, so dass wir jetzt schon neugierige Ersteindrücke befriedigen konnten. Ein super Start!

Situation um die neue MT-09, nach dem Pressegewitter „Yamaha is back“

Es war Montag der 20.01.2014, an welchem die definitiv an uns von Yamaha Deutschland bestätigte Stückzahl an MT-09 ABS (alle Farben) von Januar bis September, schon intern als ausverkauft erschien. Dank regen Testens auch in den Wintermonaten des Jahres 2013 wurden schon im Vorjahr so viele Verträge geschrieben – eine solche Situation hatten wir schon lange nicht mehr bei einem japanischen Modell gesehen.
Aufgrund eines zu vorsichtigen Einkaufs von Yamaha Europa und Yamaha Deutschlands konnten die Fahrzeuge nur in zu geringer Stückzahl geliefert werden, was den Yamaha Außendienst dazu zwang, nach Bevölkerungsdichte, Händlerzahlen der Vorjahre und anderen Kriterien, die Maschinen zu verteilen. Die Nachbestellung bei Yamaha, Japan war nach der Weltmarktresonanz für Europa nur noch bedingt machbar.
Wir waren somit bei diesem Modell in allen Belangen in der Planung eingeschränkt. Damals wurde uns gesagt: „Naja, ab Juli könnte es besser werden! Bis jetzt können wir Euch diese Stückzahl anbieten. Wollt Ihr? Ja oder Nein?“ Allerdings wurden wir im Nachhinein nicht vergessen, aber auch nicht mit Wunschzahlen beglückt – allerdings welcher Yamaha Händler wurde das schon?
Bei festentschlossenen Kunden, die gerade für Quartal 1 und 2 die MT-09 suchten, fühlten wir uns schon ab Januar 2014 gezwungen Euch zu weit entfernten Händlern zu schicken. Wir sind allerdings froh und fühlen uns geehrt, dass wir die meisten jener die weit fahren mussten nun betreuen.
Eine solche Situation bedeutete natürlich leere Lager, neben erfüllten Saisonzielen – aber auch wartende und mit Recht ungeduldige Kunden und ein Motorrad, welches sich höchstwahrscheinlich in Mittelfranken viel stärker hätte vermarkten lassen können. An alle neuen MT-09 Besitzer und Fahrer – vielen Dank für Eure Geduld! Ihr hattet echt viel davon und wurdet hoffentlich alle für diese gebührend belohnt! Vor allem dient mein Dank an alle die ab Ende Juni 2014 Ihr Motorrad erwartet haben – leider war bei Euch auch noch die Auslieferung 2-3 Wochen nach hinten gerutscht – so viel zum Thema ab Juni könnte die Lieferfähigkeit besser werden….

Februar 2014 – Der heimliche Start der Saison

Umbau des Haupthauses – Devise: „Es gibt keine Probleme, die sich nicht lösen lassen.“

90% der gelagerten Ware wurde entfernt bis auf ca. 20 Maschinen, die wir abdecken mussten. Leider war die Verlegung der hinteren Fließen Reihen durch das erste Handwerksunternehmen nicht wirklich befriedigend. Die Verfugung war nicht perfekt und ohne perfekte Begradigung des Unterbodens und weiteren Maßnahmen sahen wir keine Zukunft mit Granitfließen.
Somit schlossen wir Anfang Februar einen neuen Vertrag mit Fließen Kempf, Neustadt an der Aisch. Die Begradigung und Stärkung des Unterbodens, welcher durch die Jahre permanenten Schwerlastverkehrs auf den umliegenden Straßen stark leiden musste, war wurde nun hervorragend erledigt. Die Verlegung des neuen Bodens dauerte geschlagene 16 Tage länger als erwartet und war wesentlich aufwendiger als erhofft. Hiermit vielen Dank an das Team von Fließen Kempf und allen Helfern!

Unsere Abteilungen und Mitarbeiter im Saisonstart – Ausgewählte Statements über unser Personal

Der Umbau blockierte uns über 3 Wochen in der Ausstellung stark, allerdings strömten uns viele von Euch schon für Reparaturen, Kundendienste, Umbauten und Teile- und Zubehörbedarf. Wir danken Euch für Euren regen Besuch und finden es auch Klasse neben all bekannten loyalen Stammkunden, sehr viele junge Fahranfänger und teilweise verschollen geglaubte Wiedereinsteiger aller Altersklassen bedienen zu dürfen.
Ab Mitte Februar war es somit klar, die Saison startet und der Winter sollte vorerst nicht mehr richtig kommen. Durch den Ausfall unseres Chefs mussten wir alle in allen Bereichen stärker ran als je zuvor. Umbau, Umstrukturierung der Arbeitsabläufe, Schulungen und Organisation – Umzug und Neugestaltung der Internetpräsenz. Wir danken jeder Arbeitskraft, die frühzeitig aus dem Winterurlaub zurückkam und auch allen Kunden, die uns in dieser schwierigen Phase die Stange gehalten haben. Leider war gerade Anfang Februar durch den Umbau ein Punkt erreicht, an welchem unsere Kommunikation – z.B. Antworten auf E-Mails, Telefonannahme, Umzug auf neue Internetpräsenz gestört oder langsam war. An dieser Stelle müssen wir erstmal Herrn Markus Wohlrab aus unserem Ersatzteilverkauf, welcher mit seinen jungen Jahren sich neben geschulten Kenntnissen, auch schon so viel Wissen und Knowhow selbst angelernt hat, öffentlich loben:
„Markus Du hast diese Saison Spitze gearbeitet und organisierst unser Lager mit sehr großem Erfolg! Im Februar startete Dein Marathonlauf über die nächsten 6 Monate. Vielen Dank für Deinen leidenschaftlichen und energischen Einsatz für alle Endkunden, Partnerhändler und Lieferanten im Jahre 2014.“
Wenn man es im Rückblick sieht, war der Februar der heimliche und von uns teilweise ungewollte Start in diese Saison. Bedingt durch die milden Monate November, Dezember und Januar dachten wir, dass laut meteorlogischen Daten annehmbar, gerade im Februar der eigentliche Wintereinbruch hätte stattfinden sollen. In Vorjahren wie zum Beispiel 2010 war dies ähnlich.
Demnach wurde Ende November 2013 unserseits darauf spekuliert, dass 02/14 der beste Monat für den Umbau wäre. Allerdings widerlegte die Realität hierbei die Theorie aller Wetterfrösche, die sich Anfang Februar alle schnell korrigierten.
Auch in unserer Bekleidungsabteilung wurden viele Wünsche verwirklicht! Im Vordergrund neben der persönlichen Beratung über alles von Kopf bis Fuß stand dieses Jahr die Verwirklichung der deutschlandweit geschalteten Werbung von D-Air Street. Im Februar startete auch der aktive Verbau der frisch angelieferten DAINESE D-Air Street Systeme (Modelljahr 2014) auf Eure Motorräder. Des Weiteren startete die jährliche Wartung inkl. Firmware Update der bisher verbauten Systeme aus 2012 und 2013 auf den aktuellen Stand.
D-Air Street ist ein intelligentes Airbag System, welches im Vergleich zur breiten Konkurrenz nur binnen 15 Millisekunden vollständig auslöst und sowohl den vollständigen Thorax inkl. Schlüsselbein, die Halswirbelsäule und den Rücken schützt.
„Wir können mit der Etablierung des ersten wirksamen intelligenten Schutzsystems für motorisierte Zweiräder den Mensch wie nie zuvor schützen und sind sehr stolz auf den großen Verkaufserfolg über unsere Stützpunkthändler.“ – Aussage DAINESE SPA. Vorordertage 2014
Unser geschulter Hauptmonteur dieser Systeme ist Marco Neidhardt. Seinen ersten Einbau vom Prototypen des jetzigen D-Air Street Systems in der Beta Test Phase vor 2 Jahren meisterte Marco souverän an einer Yamaha R1 (RN22), als einer der ersten 8 Mechaniker Deutschlands.
Seit unseres aktiven Verkaufs der D-Air Street Produkte ab 2012 hat Marco schon nahezu an allen möglichen Fabrikaten von Honda, Yamaha, Suzuki angefangen bis hin zu BMW, Triumph, MV Augusta, Ducati und Hyosung erfolgreich verbaut. Wir schätzen seinen Willen diese Technologie zu lernen und sich dieser zukunftsträchtigen Aufgabe zu widmen.
„Großes Lob, Marco für den leidenschaftlichen Einsatz für diese Sicherheitstechnologie. Weiter so!“

Frühjahr bis Herbst – Die Hauptsaison und unser neues Team

Personalstruktur – Qualität statt Quantität!

Im Jahre 2013 trennten wir uns von zwei langjährigen Mitgliedern unseres Werkstattteams, was uns auf die Suche nach äquivalentem Fachpersonal brachte. Im März startete somit ein Umbruch in der Werkstatt und brachte einschlägige Verstärkung. Neu gesichtet wurde unser neuer und schon aus der Vergangenheit bekannter „Franky“. Herr Frank Schönrock bereichert bei uns die Kundendienst Serviceannahme seit Frühjahr 2014. Seine berufliche Entwicklung wurde seine Leidenschaft, seit seinem Ausstieg in der Bundeswehr Ende der 1980er Jahre, findet man Frank nur noch in mittelfränkischen Motorradhäusern (Referenzen: Motorrad Dresel, Motorrad Lippmann, Kawasaki Herold). Im März wurden alle Gespräche über die Teamverstärkung finalisiert und es gab ein herzliches „Willkommen zurück an Bord! Diesmal nicht im Lager – aber in der Kundendienst Serviceannahme.“

„Wir sind sehr froh Franky’s Energie und Kompetenz in allen Bereichen rund ums Motorrad zurückgewonnen zu haben. Es gibt mittlerweile fast keinen Bereich mehr in dem unser Frank in einem Motorradladen noch nicht gewesen ist.“

Als weitere neue tragende Säule unserer Werkstatt sollte wie in 2013 schon diskutiert ein neuer Werkstattmeister eingestellt werden. Im März 2014 wurde der Vertrag mit André Kreye (ex Kawasaki Herold) unter Dach und Fach gebracht.
André hat ein sehr großes Talent und trat ab Sommer 2014 in große Fußstapfen durch das Erbe des Werkstattmeisters in unserem Haus. Seit 1971 waren bei uns nahezu in allen Zeiten langjährig erfahrene, geschulte und sehr talentierte Werkstattmeister angefangen mit Herrn Volker Walz bis hin zu Herrn Alexander Jäck, Herrn Klaus Prochaska, Dr. Hermann Pfab (immer noch aktiv in der Garantieabwicklung) und Herrn Armin Paschabeh.

„André besitzt ein sehr tiefgreifendes technisches Spektrum, zeigt Talent in der Problemlösung und bringt durch die Vorgeschichte die nötige markenübergreifende Erfahrung über die verschiedensten Motoren und Motorräder mit. Wir sind sehr stolz Ihn an Bord zu haben! Wir sind sehr davon überzeugt, dass unsere Werkstattabteilung durch seine Ansätze nur profitieren kann. Wir hoffen auf eine langfristige Zusammenarbeit.“

Unser Lehrling ist Herr Pascal Zurawski, der seit September 2013 im Team ist und schon große Fortschritte in seinen Fertigkeiten vorweisen kann. Immer dran bleiben Pascal!
Neben den bisher benannten finden sich natürlich noch - für den Betrieb unverzichtbar – zwei Spezialisten der Motorradtechnik, welche sich seit den 1970igern die Maxime –das Motorrad- gesetzt haben und seit damals fast lückenlos zu unserem Werkstattkern gehören: Herr Heiko Seiferth und Herr Peter Jäger.

„Zwar kann Heiko launisch sein, allerdings kennen wir keinen besseren Mann speziell für die Motorräder der Marke Suzuki. Wir schätzen seinen großen Einsatz und seine Zuverlässigkeit.“

„Peter ist einfach ein Genie, wenn es um knifflige Probleme und Umbauten geht. Motorentechnisch gibt es kaum jemand, der Ihm das Wasser reichen kann…!“

Wie schon in all den Jahren zuvor wickelte Dr. Hermann Pfab mit fantastischer Hingabe alle Garantie- und Kulanzanträge für Euch ab. Beflügelt durch die große Rückrufaktion bei der Suzuki GSX-R Serie, einer Vielzahl Modelljahrbezogener häufig vereinzelten Garantiearbeiten bei einer breiten Masse an namhafter Maschinen und mancher kniffliger Kulanzproblematik, konnten wir für Euch fast 250 Garantie- / Kulanzanträge erfolgreich abwickeln.
Bzgl. Kulanzanträgen nach Garantieablauf: Bei vereinzelten Maschinen sind die Hersteller oftmals sehr streng bei sich zeigender Korrosion an Lackkanten (z.B. unter dem Tank) bei nachweislich geringer Pflege der Maschine. Diese Garantieanträge wurden in 2014 ohne ausweislicher Anschlussgarantie von allen unseren japanischen Herstellern direkt abgelehnt. Am tolerantesten im Markenvergleich zeigte sich bei uns nach innerbetrieblicher Datenauswertung Honda bzgl. elektrischer Bauteile (ausgenommen Batterien). Allerdings wird immer mehr darauf Wert gelegt, dass man auch bei längerem Besitz seiner Maschine die im Zweiradbereich günstige Anschlussgarantie kauft: Honda Quality Ride – Suzuki Pro Garantie oder Yamaha Langzeitgarantie.

Wie stand es um den Verkauf – Was war los?

Im März 2014 hatten wir so viele Probefahrten, wie schon lange nicht mehr allerdings Verkaufszahlen auf Vorjahresniveau. Wir konnten Euch dieses Jahr rechtzeitig zur ersten März Woche fast 40 verschiedene Vorführer präsentieren. Allerdings kam es meistens zu Euren Entscheidungen erst zwischen April und Mai. Extrem Spaß gemacht hat die Beratung und der Verkauf im Hochsommer ab Ende Mai gemacht, da wir uns egal mit wem Ihr gesprochen hattet, sich wirklich mehr Zeit nehmen konnte.
Danke für all die Facebook Mitteilungen über Miet- und Probefahrtenwünsche – ich hoffe wir bekommen dieses Jahr genauso viel Input für unsere Planung.
Honda öffnete den größten Pool mit 14 neuen Modellen und sehr guter Lieferfähigkeit. Es gab ein reines Feuerwerk an Interessenten. Auch die neue VFR800F kam sehr gut an, allerdings wurde dieses Motorrad leider erst viel zu spät ausgeliefert, so dass Sie für 2014 für viele noch nicht im Fokus war.
Mit nur drei Neuheiten war Suzuki bei uns zweitstärkstes Pferd im Stall. Durch die Umsetzung der Best-Price Aktionen nahezu über das komplette Modellprogramm konnten sich die Verkäufe im Jahr 2014 zum Vorjahr weiter ausbauen. Schade ist, dass Suzuki für den deutschen Markt fast keine Leichtkrafträder mehr baut. Wir hoffen hier auf baldige Innovation aus Japan.
Bei Yamaha konnten wir leider nur den kleinsten Vorführpool stellen. Leider waren vorrangig alle Neumodelle so stark überverkauft oder ausverkauft, dass Yamaha nicht alles als zusätzliche Vorführeinheiten liefern konnte. Unvorhersehbar war der starke Erfolg auch der neuen XV950R / XV950, welche wir alle mehr oder weniger aus dem Laden verkaufen mussten.
Problematik in der Hauptsaison: Viele Neumodelle wurden schon über den nicht vorhanden Winter ausverkauft. Viele unserer Kunden warteten auf die späten Neulinge wie die MT-07, die CB650F, CBR650F, F6C und den neuen Burgman 125/200. Profitieren konnten im Frühjahr allerdings unsere Gebrauchtmaschinen, nebst unserer Ex-Vorführer.
Yamaha's Problem war mittlerweile nicht nur die Lieferfähigkeit der neuen MT - Modellen sondern plötzlich wurden auch die 125ccm Maschinen rar.
Bei der YZF-125 R stand der Modellwechsel vor der Tür. Die Maschine wurde plötzlich ohne vorhergehende Präsentation auf den internationalen Messen über das Yamaha Portal komplett neu entwickelt präsentiert. Allerdings war der Übergang von bisherigem 2013/14er Modell auf das neue Modell fast nicht spürbar. Beflügelt von der Führerscheinaktion wurden bis Ende März fast ausschließlich die bisher bekannte Form verkauft – allerdings spielen da auch die Preisdifferenz und der Unterschied zwischen den neuen und alten Farben eine große Rolle.
Nachdem die Situation um die YZF 125 R gelöst schien und wir genügend Einheiten bereitstellen konnten, startete das nächste Modell richtig Lieferschwierigkeiten zu bereiten. Den Grund für die plötzlich stoppende Liefersituation konnte uns bis heute keiner von Yamaha Deutschland vollständig erklären. Die WR 125 X und WR 125 R konnten nicht in geplanten Mengen geliefert werden, was dazu führte, dass wir etliche Kaufverträge aus 2013/14 bis zum Herbst nicht rechtzeitig erfüllen konnten. Wir entschuldigen uns hierfür in unserem Namen und im Namen von Yamaha Deutschland.
Ist Yamaha dieses Jahr zu stark gewachsen? Wir denken, dass es definitiv so war! Welcher angestellte Unternehmer plant einen 60%igen Zuwachs in Deutschland in stagnierenden Marktverhältnissen, wenn er doch sicher in seinem Arbeitsverhältnis stehen möchte?
Wie kam die geringe Planung der Produktion der Leichtkrafträder bei Yamaha Europa im Jahr 2014 zu Stande?
Die Antwort bringt uns zurück in das Jahr 2013:
Die Führscheinumstellung zum Stufenführerschein A2 wirkte sich nachteilig auf den Neuverkauf im Leichtkraftradbereich aus. Sehr viele Besitzer, des vor dem 1.4.1980 erstandenen Autoführerscheins konnten sich direkt mit Ihrer Klasse A1 (früher Klasse 1b) mit wenigen übungsstunden in der Fahrschule (oder sogar ohne) zur Prüfung für die neue A2 Klasse (gedrosseltes Fahren mit 48PS statt 34PS) anmelden. Das Resultat war eine Schwemme von ordentlich gepflegten und gebrauchten Leichtkrafträdern im Gebrauchtmarkt und ein Kaufrausch auf leichte Motorräder optimiert für die 48PS Leistung.
Die bekannteste, fast schon rhetorische Frage des Jahres 2013 war:
Warum 1000 bis 2500 Euro mehr für eine Neue zahlen, wenn ich das Leichtkraftrad im guten gebrauchten Zustand bekomme?
Somit rechneten fast alle Hersteller von Leichtkrafträdern von einem Markt auf niedrigem Niveau, was sich dieses Jahr als starker Fehler erwies und zu diesem Lieferengpass bei den Händlern führte.

Trends im Motorradmarkt in Mittelfranken

Nach Auswertung aller uns ersichtlicher Daten wird aus der diesjährigen Statistik eins ganz klar. Der Trend geht zu mehr Komfort auf den Motorrädern, die Ihre Leistungsentfaltung schon bei niedrigen Drehzahlen haben. Folglich spielt auch Sicherheit sei es passiv oder aktiv und Systeme wie ABS, Traktionskontrolle, Ganganzeige und aufrechte Sitzhaltung eine immer wichtigere Rolle in der Kaufentscheidung. Nicht zu vergessen ist Gewicht und ein leichtes Handling für die Landstraßen! Wer will schon täglich die 300kg Maschine aus der Garage schieben?
Mittelfränkische Motorradfahrer sind im Bundesdurchschnitt nach Auswertung der Zulassungsdaten und Gebrauchtfahrzeugbestandsdaten ganz oben in Punkto Individualität am Motorrad, Geselligkeit beim Motorradfahren, Leidenschaft zum unverkleideten Motorrad oder zeigen Tendenz zur komfortablen Reiseenduro – bzw. individuellem Alleskönner.
Emotionen pur in Mittelfranken? Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt in Mittelfranken sehr viel Wert auf das Gefühl der realen Geschwindigkeit gelegt und große Scheiben sind bis auf die Tourenfraktion scheinbar nicht mehr der Trend.
All dies hat uns nach allen Umbauten dieser Saison nicht überrascht. Wer möchte schon ein Motorrad, welches genauso aussieht wie das von den Freunden in der Clique oder im Motorradclub? Durch das breite Sortiment der nun vielen Zubehörhersteller können meisten neuen Motorräder nahezu aller Hersteller in eine Art und Weise umgebaut werden, dass jede Maschine des gleichen Typs sehr individuell erscheint.
Die Zeit des Wettrüstens ist vorbei! Was man früher nur bei starken Motoren (Kubikzentimeter > 1000ccm) gefunden hatte, ist jetzt schon in preislich attraktiven Mittelklasse Motorrädern zum Standard geworden. Hohe Leistungsdaten spielen immer weniger eine Rolle, viel wichtiger wurde die Verlagerung des Drehmomentmaximums (gezeigt in Newtonmeter / Umdrehung) in niedrigere Bereiche. Interessant ist, dass durch diese Maschinen die selbst verursachten Unfälle ohne Fremdeinwirkung stark zurückgehen, da die Fahrer die Motorräder besser beherrschen können. Kundenumfragen folgend sind sie weitaus berechenbaren und weniger explosiv, so dass auch mal ein falsches Schalten leicht verziehen wird. Allerdings kommt der Fahrspaß niemals zu kurz – man hat immer Leistung!
Die Entwicklung fast aller Motorradtypen und die sogenannten Baukastensysteme (ein Motor – mehrere Fahrwerksvarianten – von Naked zu Enduro zum Cruiser) bestimmen den Trend der Zeit. Neben dem erleben wir eine neue Retrowelle – die schon Mitte der 1990iger Jahre einmal aufblühte. Mittlerweile stehen Maschinen wie die neue CB1100EX als Objekt der Begierde selbst bei jungen Erstkäufern.
Demzufolge leiden vorrangig die Supersportler Absatzzahlen und stagnieren auf niedrigem Niveau durch fehlende Innovation und der hohen Neupreise der letzten Jahre. Die finalen Zahlen für 2014 sind noch nicht bekannt, aber wir liegen im Moment auf dem niedrigsten Allzeitniveau seit Beginn der Hochleistungs-Sportmotorräder. Ob die Zulassungen durch die aktuellen Preisaktionen und Inzahlungnahme Prämien neben anderer Rabattaktionen noch in den letzten drei Monaten steigen werden und sich doch noch zum Vorjahr deutlich verbessern bleibt fraglich.
Allerdings ist der Supersportmarkt immer noch bombenstark im Gebrauchtmaschinenhandel. Allerdings unterlagen die angebotenen Maschinen schon einem massiven Wertverfall zum ursprünglichen Neupreis und werden in einer breiten Masse von Privat an Privat verkauft. Es ist allerdings unglaublich, wie viele davon in einem verhältnismäßig schlechtem Zustand sind. Hierbei greife ich ein Zitat aus der World Of Bike 2014 auf: „Es ist eine Zeit in der gut gepflegte Gebrauchtmaschinen extrem selten geworden sind.“
Wir sehen dieses Problem stark verknüpft mit der Position der Gesellschaft in unserer heutigen Zeit. Viele Leute sind sehr spontan geworden bzw. die Interessen wechseln wesentlich schneller als früher. Motorradfahren gehört zum gehobenen Hobbysport, den sich weniger Menschen als früher leisten können. Für die eigene Pflege und Wartung bestehender materieller Güter wird kaum noch Zeit investiert – diese Zeit wird erst wieder gefunden, wenn der Gegenstand erneut gebraucht wird. Bei Motorräder endet dies oftmals damit, dass das Zweirad in der Garage schon wieder zu alt ist und man darauf folgend die Instandsetzungskosten spart und es direkt verkauft, um ein aktuelles Motorrad zu erstehen. Dies löst ein Domino aus und führt zu der zitierten Misere im Gebrauchtfahrzeugmarkt und folglich auch zu unterschiedlich hohem Preisverfall.
Laut Statistiken zeigt sich der Motorradkunde in Mittelfranken in Punkto Sicherheitsbekleidung unter dem deutschen Durchschnitt. Durch individuelle Analysen auf der Kulmbacher Sternfahrt, Treffen an der Kati-Bräu und einer Vielzahl von unabhängiger Berichten aus Krankenhäusern trägt der fränkische Motorradfahrer, der meistens schon aktiv seit über 5 Jahren Motorrad fährt, oftmals immer noch sehr betagte Motorradkleidung. Aussagen wie: „Was hält das hält!“ oder „Ich fahre zu wenig, um mir gute und neue Kleidung zu kaufen.“, werden zitiert.
Leider sind diese Aussagen falsch, besonders gefährlich sind alte Protektoren und Polycarbonat Helme, ob als Integral, Cross, Multifunktion oder Jet.
Einer Auswertung zufolge waren nur 20% der befragten 100 mittelfränkischen Motorradfahrer im Umkreis Nürnberg in der Lage, die Materialen der jeweilig verwendeten Schutzbekleidung zu nennen. Welchen Hersteller sie tragen oder wann und wo die Produkte genau erworben wurden konnte nur zu 35% beantwortet werden. Das sind verheerende Resultate.
Die hauptsächlich nicht bekannten Materialen waren aus dem Helm und Protektoren Segment. Die Unterschiede zwischen Leder und Textil konnte jeder bestens beantworten, wobei die Beschreibung getragener Textilien mangelhaft war.
Protektoren bestehen meistens aus Polyurethan, Polypropylen oder sogenanntem Memory Foam (Abk. Temper Foam, Pro Life, etc.). Besonders im Hartschalenbereich sollten diese Materialien nach Aussagen von Werkstoffwissenschaftlern der jeweiligen Hersteller regelmäßig erneuert werden, da sie durch Zeit einem gewissen Zerfall unterliegen. Bedeutet im Beispiel Polycarbonat: Der Schale altert durch UV Licht und Materialverfall. Bei erstmaligem Aufprall über 6 Jahre nach Erstbenutzung besteht schon die Chance, dass die Schale so spröde ist, dass sie bricht und aufspringt. Anstelle der gewünschten Schutzfunktion tritt eine noch höhere Gefahr der Verletzung durch Splitter auf. Unter anderem ist bei betagten Helmen auch die Innenschale schon sehr porös, was dazu führt, dass die gewünschten Dämpfungseffekte nicht auftreten. Durch fehlende Absorption der Helmschale sind Schädelbasisbrüche und weitere Verletzungen am Gehirn keine Ausnahme! Ähnlich ist es bei betagten Protektoren aus dem letzten Jahrzehnt oder Memory Foam Weichschaumtechnologien, die sich auf bröseln und durch Schlagkraft nicht mehr erhärten.
Unsere Frage nach dieser Analyse war ob es in Franken besonders stark ausgeprägt ist Sachen aufzubrauchen – Sprich: Dinge müssen genutzt bzw. verbraucht werden, da diese mal erspart oder teuer erstanden wurden. Problem bei der Motorradbekleidung: Man sieht Ihr meistens gar keinen Verfall an, bedingt durch das meistens gute Leder, welches seine Eigenschaften lange beibehält.
Meine Frage zum Abschluss dieses lokalen Trendberichts:
Ist denn es wirklich Wert Kopf und Knochen durch Nutzungsdrang, der damals so teuer erstandenen Ware zu riskieren?

Personalveränderung im Verkaufsteam

Wir sind stolz auf unseren Neuzugang Herr Gerd Schäfer (Ex Harley Davidson - Frankfurt, Pia Motors Regensburg), der ab den Hochsommermonaten unsere Verkaufsabteilung unterstützen konnte.
„Wir denken es war ein schwieriger Einstieg, allerdings meisterte Gerd binnen kurze Zeit das Spektrum und die Philosophie unserer Marken durch seine lange Erfahrung.“

Hiermit bedanken wir uns auch öffentlich als Familie Lippmann über die spontane Hilfe unserer Geheimwaffe in Punkto Allerkönner: Unser freier selbstständiger Mithelfer André Helwig.
„Andy“ half uns in den Saisonmonaten enorm und konnte in Punkto Design, Management von Probefahrten, Fahrzeugpräsentation bis zur Helm- und Bekleidungsberatung vielen von Euch weiterhelfen.

Auch unser ehemaliger Verkaufsleiter Jürgen Warter („Jupp“) hat es hier und da nicht ganz ohne Motorrad An-/Verkauf aushalten können und war des Öfteren unterstützend gesehen. Vielen Dank Jupp!

Saisonende – Planung des Jahresausklangs und Aussicht auf 2015

Wir sind voller Energie und werden weiterhin unsere Ausstellungsräume für die Zukunft vorbereiten. Ein wichtiger Schritt wird die weitere Renovierung unseres 1978 erbauten Haupthauses und Ausbau der Serviceabteilungen.

Saisonabschlussfeier 2014 am 06.12.2014

Hiermit laden wir Euch alle gerne zu unserer Jahresabschlussfeier am 06.12.2014 ein (Samstag 9:00 bis 14:00 Uhr). Diese Feier bietet Euch neben Glühwein und leibliches Wohl und eine Weihnachtsatmosphäre der besonderen Art bei der Ihr Euch auf über die neuen Modelle und Kollektionen informieren könnt. Es wartet auch das ein oder andere Schnäppchen aus unseren Zubehörabteilungen auf Euch. Wir freuen uns jetzt schon auf Euren Besuch!

Aussicht 2015

Dank neuster Informationen durch die Intermot und Eicma wird in 2015 Yamaha mit einem Neumodell Feuerwerk starten. Honda bringt 5 neue Modelle und Suzuki hat dieses Jahr mit gleich 2 Neumodellen und 4 Facelifts auch so einiges im Petto! Bisher haben auch wir nur die Maschinen gesehen und die Daten lesen können, allerdings sind wir natürlich auf die Vorführmaschinen schon sehr gespannt.

Lob und Kritik – Internet, E-Mail und Social Media

Erstmal vielen Dank für alle Unterstützung unserer neuer und loyaler Kundschaft im Jahr 2014, unserer überregionalen Fans und der sehr impulsiv wachsenden neuen Generation an Motorradfahrern! Unsere Facebook Präsenz zeichnet trotz kurzer Existenz nun über 5000 Likes und wird von Euch regelmäßig frequentiert. Wir versuchen Euch auch hier immer auf dem neusten Stand zu halten. Da Facebook bei Euch so gut ankommt, sehen wir derzeitig keinen Anlass weitere Social Media Portale aktiv zu nutzen.


Wie Ihr uns alle kennt, nehmen wir natürlich auch gerne Kritik an unser Herz und es ist auch klar, dass unser Team sicherlich nicht immer und überall jeden von Euch zufriedenstellen kann, auch wenn es immer versucht wird!

Unser Plan ist nun ein kleines Projekt, welches wir kurz Dealer-Customer-Emotion nennen. Unser Interesse ist es Eure Wünsche von Euch an uns direkter zu beantworten. Im Grunde geht es uns um alle Kleinigkeiten, die wir entweder verbessern können oder welche auf jeden Fall so bleiben sollen.
Denkt immer daran, dass Eure Sicherheit und Zufriedenheit bei uns an erster Stelle stehen!

Wir würden uns riesig freuen, wenn Ihr uns auch ein Feedback geben könntet sei es per direktem Kontakt, Anonym, per E-Mail oder über soziale Medien wie Facebook geben würdet, so dass wir uns weiter positiv verbessern können.

Unsere zentrale Serviceemail für Dealer-Customer-Emotion wird verkauf1@ml-shop.de.
Wir werden Euch umgehend alle Fragen, Wünsche und Anregungen beantworten.
Hiermit schließen wir den Jahresrückblick 2014 ab und danken für Euer Interesse!

Eurer Motorrad – Lippmann - Team